Projekt - Judentum im Kraichgau

Inspiriert durch den jüdischen Friedhof und das einzigartige Weil-Mausoleum im Mühlbergwald begann der Realschullehrer Siegfried Bastl im Jahr 1999 mit dem Schulprojekt „Judentum im Kraichgau“, das seit einigen Jahren von Realschullehrerin Marion Guttman geleitet wird. Es war anfangs nicht abzusehen, dass sich aus einer Inspiration ein Langzeitprojekt entwickeln würde, welches 2019 bereits sein 20-jähriges Bestehen feiert. Damit ist „Judentum im Kraichgau“ die am längsten bestehende Arbeitsgemeinschaft an der RSW.
 

 

 

Fast genauso lange wie die Projektgruppe besteht, gibt es auch einen kontinuierlichen Kontakt mit Nachfahren der Familie Weil. Diese sind bereits drei Mal aus aller Welt nach Waibstadt gekommen, zuletzt im Mai 2019 zu den Feierlichkeiten des 20-jährigen Jubiläums des Schulprojekts. Mit ihren Besuchen bringen die Weils ihre Anerkennung und Wertschätzung der Arbeit, die engagierte SchülerInnen und Lehrkräfte dieser Schule geleistet haben, zum Ausdruck.

„Judentum im Kraichgau“ ist zwar an der RSW beheimatet, jedoch geht der Wirkungskreis weit über die Schule hinaus und erstreckt sich auch auf Waibstadt und benachbarte Orte. Die Hauptaufgabe der Schüleraktivitäten ist es, sich gesellschaftlich zu engagieren. Durch dieses herausragende Engagement gelang es der Projektgruppe viele ehrgeizige Ziele zu erreichen.

Meist geschah dies in Zusammenarbeit mit anderen Schulen, der örtlichen Verwaltung und Vereinen in Waibstadt, Neckarbischofsheim, Neidenstein und Steinsfurt.

 

Die Umsetzung einiger Projekte hat Jahre in Anspruch genommen. Dazu gehören die Rettung der ehemaligen Synagoge in Steinsfurt, die Restaurierung des Weil-Mausoleums in Waibstadt, die Mahnmale für die Deportierten in Waibstadt und Neidenstein sowie die Stolperstein-Projekte in Neidenstein, Waibstadt und Neckarbischofsheim. In jedem dieser Fälle wurden Denkmäler erhalten oder Mahnmale errichtet, welche die Gegenwart mit der Vergangenheit verknüpfen.

 

Ein weiteres Langzeitprojekt der Schülergruppe ist der Kontakt mit Zeitzeugen, um an das verlorene jüdische Leben in unserer Gesellschaft zu erinnern. Wir haben jüdische Zeitzeugen, Überlebende der Gräueltaten der Nazis, zu uns eingeladen, um an der Realschule zu sprechen.

 

Darüber hinaus arbeiten die Schüler aber auch an der Vorbereitung und Durchführung von Konzerten, Ausstellungen und Vorträgen mit, sie sammeln Informationen, um sie auf Gemeinderatssitzungen zu präsentieren und nehmen an Exkursionen und Workshops zu verwandten Themen teil. Im Rahmen dieser Arbeit entstanden u.a. die Themenkarte „Jüdisches Leben im Kraichgau“ sowie der Kalender „Kraichgau – Spuren jüdischer Kultur“.

 

Insbesondere bereitet die Projektgruppe Gedenkfeiern vor und gestaltet diese. Es geht dabei um Bewahrung, darum Verantwortung zu übernehmen, um an das jüdische Leben in unserer Region zu erinnern und es zu würdigen, damit es nicht in Vergessenheit gerät.

Unterstützt werden die Schüler dabei auch von Vertretern der Kirchen und von Musikern, die bei den zahlreichen Gedenkveranstaltungen mitwirken. Darüber hinaus unterstreichen Bürgermeister und Landtagsabgeordnete die Wichtigkeit der Erinnerungsarbeit der Schüler, indem sie die Veranstaltungen der Projektgruppe aktiv unterstützen und damit zum Erfolg des Schulprojekts beitragen.

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